DFB-Elf vor K.o.-Runde

Julian Nagelsmann hüllt sich in Schweigen

us-passbildVon Sebastian Schneider, Foxborough
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Wohin mit Joshua Kimmich? (Foto: picture alliance / Chai v.d. Laage)
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29.06.2026 | 06:11 Uhr

Ab jetzt zählt jedes Spiel: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet gegen Paraguay ihr erstes K.o.-Duell. Viele Fragen sind offen, der Bundestrainer beantwortet sie auch nicht. Er liefert dafür eine Gegneranalyse und hat ein Kleidungsproblem.

Worum geht's?

Es gibt nach vielen Jahren bei der WM mal wieder ein Knockout-Spiel für das DFB-Team. Nur ist die Stimmung vorher (noch) nicht allzu gut. Sechs Punkte aus drei Duellen, am Ende trotzdem klarer Tabellenführer: Wer hätte das gedacht, fragte Rudi Völler unter der Woche. Tatsächlich nicht viele. Noch viel weniger Menschen hätten aber auch gedacht, dass das DFB-Team gegen Ecuador nicht mit 1:2 verliert.

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Und so stellen sich vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay (22.30 Uhr/ZDF, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) eine Menge Fragen, etwa: wohin nur mit Joshua Kimmich? Kann auch ein ehemaliger Welttorwart vielleicht sogar altern? Was ist jetzt mit Deniz Undav? Und wer hat auf dem Flug von Winston-Salem nach Boston eigentlich seinen Reisepass vergessen?

Was sagt der Bundestrainer?

Julian Nagelsmann machte das, was er in Pressekonferenzen unmittelbar vor einem Spiel gerne macht. Er verriet nicht viel. Die Mannschaft hat er auch nach der Niederlage unverändert wahrgenommen. Es habe seit seinem Amtsbeginn nur ein einziges schlechtes Training gegeben, sagte Nagelsmann, sagte aber auch nicht, wann das war. Das Abschlusstraining vor Paraguay war es nicht, dort vernahm der Bundestrainer die nötige "Würze". "Da ging es richtig zur Sache", berichtete er.

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Und über die Personalthemen? "Man kann immer alles diskutieren", sagte Nagelsmann. Das ist offenbar nicht nur in diversen Expertenrunden, sondern auch im Trainerteam geschehen, berichtete der Nationalcoach. Es gebe taktische Überlegungen, etwas zu verändern. Aber auch, alles unverändert zu lassen. Was es am Ende wird, das wird sich dann anderthalb Stunden vor Anpfiff verkündet. Man will es dem argentinischen Trainer von Paraguay, Gustavo Alfaro, auch nicht zu leicht machen, sagte Nagelsmann.

Wohin mit Kimmich?

Die späten 2010er-Jahre haben angerufen und wollen ihre Debatten zurück - diesmal mit einem neuen Spin. Wo ist der richtige Platz für den Kapitän? Zwei Weltmeisterkapitäne (2014 und 1990) sagen: Gerade nach den ersten drei Spielen gehört Kimmich ins Mittelfeldzentrum. Philipp Lahm und Lothar Matthäus sind da einer Meinung. Und auch ein anderer Weltmeister teilt diese Einschätzung. Stefan Reuter sagt der "Süddeutschen Zeitung", dass Nagelsmann diesen Fehler nun beheben kann.

Tatsächlich könnte die mittlerweile bestimmt 215. Versetzung (geschätzt) Kimmichs gleich zwei Probleme im DFB-Spiel beheben. Bisher war es noch nicht die Weltmeisterschaft von Aleksandar Pavlović, der neben Felix Nmecha im Zentrum spielt. Mit Kimmich könnte dort ein bisschen mehr Kontrolle einziehen - mit und ohne Ball. Das war bislang ein Problem der Nationalelf.

Und da ist noch ein anderer Punkt: Es ist bislang auch noch nicht die Weltmeisterschaft von Kimmich. Als Rechtsverteidiger hatte er arge Probleme, vor allem mit flotten Flügelspielern. Dafür musste dann auch Leroy Sané in einer Fünferkette gegen Ecuador aushelfen. Das wiederum mindert auch die deutschen Offensivbemühungen. Gleichzeitig ist da noch das Völler-Argument: Bei der elf Spiele langen Siegesserie spielte Kimmich hinten rechts. So unbefriedigend das ist: Es gibt für alle Überlegungen gute Gründe.

Wer war noch mal Paraguay?

Das wird sich spätestens am Montagabend deutscher Zeit zeigen. Das Team von Alfaro startete denkbar unglücklich in das Turnier mit einer 1:4-Niederlage gegen die USA, warf dann mit einem kämpferischen 1:0 die Türkei raus, um die Gruppenphase mit einem 0:0 gegen Australien zu beenden. Das Prunkstück der Südamerikaner ist die Abwehr. Paraguays Kapitän Gustavo Gómez kündigte schon an, dass man viel kämpfen werde.

Und spielerisch? Nagelsmann sagte, dass man als "Marker" die erste Viertelstunde gegen die USA nehmen werde. Dort sei Paraguay selbstbewusst aufgetreten. Bis sie sich eben vier Gegentreffer gefangen haben. Das Team definiere sich über die Defensivarbeit, sei unangenehm zu bespielen und fokussiere sich auf gefährliche zweite Bälle. Die versucht das Team dann wieder "scharfzumachen".

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Die Rede ist von diesem Poloshirt. (Foto: picture alliance / Pressefoto Ulmer)

Wird Deutschland wirklich Weltmeister?

Im Fußball? Vielleicht. Modisch sieht es aber düster für das DFB-Team aus. Das renommierte US-Magazin "The Athletic" hat ein Ranking aller Cheftrainer bei dieser WM erstellt. Und Nagelsmann belegt nur Platz 47. Die Begründung ist nicht sonderlich nett: Sein Poloshirt sei so eine schlechte Wahl gewesen, dass das Magazin das als Grund vermutete, weshalb er es in der Halbzeit gegen Curacao abgelegt habe. Tatsächlich sollen die Temperaturen der Grund gewesen sein.

Verwendete Quelle: ntv.de